... Aufruf an Inis und Stadtteilinitiativen ... Lasst uns zusammenkommen!

Aufruf an Inis und Einzelpersonen
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Wie geht es weiter mit dem sogenannten Dragoner Areal?

Statement von WEM GEHÖRT KREUZBERG

Die Auseinandersetzungen um das Areal hinter dem Finanzamt, dem sogenannten Dragoner Areal, sind bekannt.
Der Versuch der Privatisierung des Geländes durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) mit einem Verkauf an einen Privatinvestor scheint vorerst endgültig vom Tisch.
Der Ausverkauf eines weiteren öffentlichen Geländes wurde vorerst abgewendet.

Aber in der Öffentlichkeit wird lanciert:
Der Bund verschenkt das Dragoner Areal an das Land Berlin!
Das stimmt nicht!

Im sogenannten Hauptstadtvertrag verhandelt seit etlicher Zeit das Land Berlin mit dem Bund über den Verkauf 4 500 bundeseigener Wohnungen und mehrerer bundeseigener Grundstücke an das Land Berlin.
Endlich ist wohl in den Verhandlungen eine (nicht kostenlose Abgabe) des Areals an das Land mit eingebunden.
Und es ist wohl sicher, dass das Land Berlin das Areal übertragen bekommt.

Aber nichts ist umsonst! Obwohl öffentliches Gelände erst einmal in öffentlicher Hand bleibt!

Aus der Presse ist zu entnehmen, dass im Gegenzug das Land dem Bund Grundstücke im Wert von 190 Mio Euro übertragen wird. Ein Ergebnis der Verhandlungen des Hauptstadtvertrages.

Was im Einzelnen verhandelt wird und was wie für welchen Preis hin und her geschoben wird, was wie viel letztendlich kostet, erfährt die Öffentlichkeit nicht.

Wir fordern eine völlige Transparenz und Offenlegung der Verhandlungen und Ergebnisse des Hauptstadtvertrages!
Was kostet dem Land Berlin die Übertragung des Areals durch den Bund wirklich?
Wieder wird wohl mit Millionen der öffentlichen Hand ein Spekulationsprozess bedient.

Die neue Entwicklung bezüglich des sogen. Dragoner Areals ist auch im Zusammenhang mit der aktuellen Spekulation der Häuser des sogenannten NKZ am Kottbusser Tor zu sehen.
Mehr Infos dazu bei Kotti & Co

Auch dort kauft die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft GEWOBAG etwa 300 Wohnungen für über 56 Mio Euro.
Wohnungen die seit Jahren über verschiedene Abschreibungen längst von der öffentlichen Hand refinanziert wurden, werden zu Freuden privater Eigentümer nochmal zu dickem Betongold.
Wieder finanziert die öffentliche Hand Immobilienspekulation.

Die neue Landesregierung und auch etliche stadtpolitische Initiativen werten diese kostspieligen Deals als Erfolg gegen weitere steigenden Mieten und Verdrängung.
Sie sehen in dieser Politik eine Möglichkeit, dass preiswerter Wohnraum entstehen, bzw. erhalten wird.

Wirklich?

WEM GEHÖRT KREUZBERG    Mai 2017
Einladungsflyer 3 5 2017






















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Mi 19.04. um 19 Uhr Versammlung Das Dragoner Areal für unseren Stadtteil

Flyer Bedarfsgruppen




























































































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So 09.04. um 14 Uhr Einladung zum Rundgang — mit Informationen und Diskussion — auf dem Dragonerareal

Liebe Nachbar*innen und Interessierte, wie wir am Mittwoch, den 29.03. bei der Nachbarschafts- und Stadtteilversammlung im Mehringhof besprochen haben, treffen wir uns am Sonntag, den 09.04., um 14 Uhr zu einem geführten Rundgang auf dem Dragoner Areal.
Wir werden vor Ort nochmals über die Situation auf dem Gelände (Gewerbe, Leerstand, Denkmalschutz, Stand Rekommunalisierung usf.) informieren und Eure Fragen beantworten.
Zudem wollen wir uns kennenlernen und unser weiteres Vorgehen für die Rekommunalisierung besprechen.
Auch wer am 29.03. keine Zeit hatte, aber Interesse hat sich zu informieren und/oder sich zu beteiligen, ist herzlich eingeladen.

Dauer: etwa 1 1/2 bis 2 Stunden

Treffpunkt: vor der LPG, Obentrautstr./Ecke Mehringdamm

Initiative Dragoner Areal für den Stadtteil und die Stadt
08.11.2016: Offener Brief an den Bundesminister der Finanzen Dr. Wolfgang Schäuble zur aktuellen Situation auf dem Dragonerareal


Sehr geehrter Herr Dr. Schäuble,

wir — die Mieter*Innen auf dem sogenannten Dragonerareal — wenden uns an Sie als Bundesminister der Finanzen mit dem dringenden Appell, das Ringen um das Grundstück im Herzen Berlin-Kreuzbergs zu beenden und das Gelände dem Land Berlin zu fairen Bedingungen zu überlassen.

Vor über einem Jahr, am 10. September 2015, ist durch die Ablehnung des Finanzausschusses des Bundesrats der Verkauf der bundeseigenen Liegenschaft an den privaten Investor Dragonerhöfe GmbH nicht zustande gekommen.
Damals ist uns Gewerbetreibenden auf dem Dragonerareal — nach langem Zittern — ein großer Stein vom Herzen gefallen. Auch die umliegenden Anwohner waren erleichtert, ebenso wie viele verschiedene Initiativen, die sich intensiv mit Stadtentwicklung und deren Folgen auseinandersetzen.
Die Berliner Politiker*Innen auf Bezirks- und Landesebene haben — parteiübergreifend — diese Entscheidung des Bundesrats begrüßt.

Denn uns allen war klar: Wenn der höchstbietende Investor das 4,7 Hektor große, teils mit denkmalgeschützten Gebäuden bebaute Gelände für 36 Millionen Euro kauft, wird er entweder teures Gewerbe ansiedeln oder hochpreisige Luxuswohnungen bauen. Ein privater Investor kann aus ökonomischer Sicht nicht anders handeln, er muss rekapitalisieren. Und insbesondere dieser Investor wird so handeln, da sich hinter dem Käufer — der Dragonerhöfe GmbH — ein global agierender Investmentfonds verbirgt, dessen Ziel überdurchschnittliche Renditen sind. Solche Renditen sind bei einem so hohen Kaufpreis nicht mit sozialverträglichen Bauvorhabenzu generieren.
Zudem hat sich aktuell am Fall des Berliner Stattbad Wedding gezeigt, dass auch Arne Piepgras, Strohmann und Anteilseigner der Dragonerhöfe GmbH, auf "maximum Profit" setzt. Piepgras hatte 2009 das ehemalige landeseigene Grundstück mit dem Stadtbad Wedding für 270.000 € vom damaligen Liegenschaftsfonds Berlin erworben und versprach, dort ein Kulturprojekt zu realisieren. Im April 2016 verkaufte Piepgras das Grundstück jedoch für über 5,3 Millionen € an eine Investorengruppe weiter, die dort nun hochpreisige Studentenappartments als Kapitalanlage errichten will.

Es ist also mehr als wahrscheinlich: Die Dragonerhöfe GmbH wird rücksichtslos ihre finanziellen Ziele verfolgen und nicht auf eine behutsame und für die Berliner Bevölkerung vernünftige und richtige Stadtentwicklungspolitik setzen.

Das Dragonerareal ist eingebunden in einen lebendigen Kiez. Wir dort ansässige Gewerbetreibende sind Teil des Kiezes. Täglich nutzen weit über 1.000 Kreuzberger*Innen das Areal - vom Lebensmitteleinkauf über Kulturveranstaltungen bis hin zur KFZ-Reparatur.
Wir sind kleine und größere Gewerbebetriebe, traditionelle Handwerksfirmen und Kulturschaffende, KFZ-Meister, Taxi-Unternehmer, ein Biosupermarkt und Getränkehändler. Wir sind Familienbetriebe und Einzelunternehmer*Innen. Teilweise sind wir hier bereits seit 40 Jahren. Wir alle sind Bestandteil einer über viele Jahre gewachsenen Struktur. Wir Gewerbetreibende, Handwerk wie Kulturbetriebe, tragen zur urbanen Mischung und Vielfalt bei und sichern so dringend benötigte Arbeitsplätze.
Und wir haben auf dem Dragonerareal außerdem Platz für genau die Art von Wohnungen, die dieser Kiez und Berlin dringend benötigen. Wohnungen, die zur Kiezkultur passen — für Menschen, die in Kreuzberg arbeiten und in Kreuzberg wohnen wollen. Bezahlbare Wohnungen.

Im Juli dieses Jahres wurde der Rathausblock, auf dem sich das Dragonerareal befindet, zum umfassenden Sanierungsgebiet erklärt, denn in den Vorbereitenden Untersuchungen dazu wurden u.a. Mängel bezüglich der innerstädtischen Wohn- und Arbeitsbedingungen festgestellt.
Diese Mängel sind tagtäglich in Berlin sichtbar. Immer mehr Menschen sind nach aufwendigen und unnötigen Sanierungen gezwungen, aus ihren Wohnungen auszuziehen, da sie sich die überhöhten Mieten nicht leisten können. Viele Neuberliner*Innen mit geringen oder mittleren Einkommen finden erst gar keine Wohnungen im Zentrum. Soziale Träger müssen ihre Domizile aufgeben und mit teils pflegebedürftigen, alteineingesessenen Berliner*Innen an den Stadtrand umziehen.
Es ist mehr als deutlich: Der Mietwohnungsmarkt in Berlin ist stark angespannt; der Sozialwohnungsbestand reduziert sich, während gleichzeitig die Mieten auf dem allgemeinen Wohnungsmarkt rapide ansteigen. Hinzu kommt der Verlust von Mietwohnungen durch Umwandlung in Wohneigentum.
Davon sind auch wir Gewerbetreibende betroffen. Mietverträge werden entweder nicht verlängert oder aber die Mieten steigen so rasant, dass sie durch die Betriebe nicht mehr erwirtschaftet werden können.
Die Berliner Innenstadt bietet schon jetzt keine Ausweich- bzw. Umzugsmöglichkeiten mehr. Das Gewerbe wird so zwangläufig in die Außenbezirke verdrängt - oder aber muss ganz aufgeben. Immer mehr kleinere Händler und Betriebe verschwinden so aus dem Stadtbild.

Es fehlen bereits jetzt — und in wenigen Jahren noch mehr — Wohnungen und Gewerbeflächen mit bezahlbaren Mieten für Berliner*Innen.

Es gilt, den innerstädtischen Verdrängungsprozess einkommensschwacher Haushalte sowie kleinerer und mittlerer Gewerbetreibender aufzuhalten und die zunehmende Immobilienspekulation einzudämmen.
Gerade das Dragonerareal bietet die Möglichkeit, wirtschaftliche, soziale und stadtentwicklungspolitische Ziele in Einklang zu bringen. Leistbar ist das aber nur, wenn das Gelände statt an einen privaten Investor mit persönlichen Interessen an das Land Berlin übergeht, denn nur dann kann sichergestellt werden, dass die für Kreuzberg so typische liebens- und lebenswerte Mischung aus Wohnen, Kultur und Gewerbe erhalten bleibt.

Die Übergabe des Dragonerareals an das Land Berlin sichert den Erhalt von traditionellem Handwerk, Kultur und Familienbetrieben, schafft zusätzlichen Wohnraum, den auch Berliner*Innen bezahlen können und erhält Freiräume, von denen alle Bürger*Innen profitieren. Nur das Land Berlin kann und wird eine
Stabilisierung und Weiterentwicklung der vorhandenen Gebietsstruktur umsetzen.

Es klingt ungewöhnlich, aber die betroffenen Gewerbetreibenden und Anwohner, Initiativen, Berliner Bezirks- und Landespolitiker*Innen sind sich parteiübergreifend ausnahmsweise einmal alle einig: Die Weiterentwicklung des Dragonerareals muss aus öffentlicher Hand geschehen!

Wir bitten Sie, den Prozess zu einer für Berlin guten Entwicklung des Dragonerareals wieder in Gang zu bringen. Ein Jahr Stillstand und Perspektivlosigkeit ist nicht nur für uns Gewerbetreibende ein unhaltbarer Zustand. Wir Gewerbetreibende brauchen Planungssicherheit, um investieren zu können. Auch Ausbildungplätze gehen verloren, da unsere Zukunft ungewiss ist.
Die wachsende Stadt Berlin braucht dringend bezahlbaren Wohn- und Gewerberaum.
Die Dragonerhöfe GmbH wird weder das ansässige Gewerbe erhalten können, noch den dringend bezahlbaren Wohnraum schaffen. Das Land Berlin verpflichtet sich zu beidem!
Es liegt an Ihnen, den Weg dafür freizumachen, ein Stück Gegenwart mit einer für Berlin guten Zukunft zu verknüpfen.

Wir Gewerbetreibende laden Sie gern ein zu einem persönlichen Gespräch auf dem Dragonerareal.
Wir würden uns freuen, Ihnen das Gelände aus unserer Perspektive zeigen zu können.

Mit freundlichen Grüßen
Pamela Schobeß
für die Gewerbetreibenden des Dragonerareals

Dieses Anliegen der Gewerbetreibenden wird unterstützt von Parteien, Personen, Initiativen und Gewerbetreibende in alphabetischer Reihenfolge

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

• Monika Herrmann (Bezirksbürgermeisterin Friedrichshain-Kreuzberg; Bündnis 90/Die Grünen)

• Chris Kühn (MdB; Sprecher für Bau- und Wohnungspolitik; Landesvorsitzender des Landesverbands Baden-Württemberg Bündnis 90/Die Grünen)

• Hans Panhoff (Bezirksstadtrat für Planen, Bauen und Umwelt Friedrichshain-Kreuzberg; Bündnis 90/Die Grünen)

• Lisa Paus (MdB; Steuerpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen)

• Katrin Schmidberger (MdA; Sprecherin für Mieten und soziale Stadt sowie Sprecherin für Clubkultur; Direktkanditatin für Kreuzberg 61; Bündnis 90/Die Grünen Berlin)

• Franz Schulz (ehemaliger Bezirksbürgermeister des Berliner Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg; Bündnis 90/Die Grünen)

CDU

• Hildegard Bentele (MdA; CDU-Fraktion)

• Danny Freymark (MdA; CDU-Fraktion)

• Oliver Friederici (MdA; CDU-Fraktion)

• Christian Goiny (MdA; CDU-Fraktion)

• Dr. Robbin Juhnke (MdA; CDU-Fraktion)

• Maik Penn (MdA; CDU-Fraktion)

LINKE

• Gregor Gysi (MdB; DIE LINKE)

• Caren Lay (MdB; stellvertretende Fraktions- und Parteivorsitzende sowie Sprecherin für Mieten-, Bau- und Wohnungspolitik; DIE LINKE)

• Klaus Lederer (MdA; Landesvorsitzender DIE LINKE Berlin)

• Katrin Lompscher (MdA; Sprecherin für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen und stellvertretende Fraktionsvorsitzende DIE LINKE Berlin)

• Pascal Meiser (Bezirksvorsitzender DIE LINKE Friedrichshain-Kreuzberg)

• Halina Wawzyniak (MdB; Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg-PrenzlauerBerg (Ost); rechtspolitische Sprecherin DIE LINKE)

SPD

• John Dahl (Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung sowie stellvertetender Vorsitzender der SPD-Fraktion in der BVV Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin)

• Andreas Geisel (Senator für Stadtentwicklung und Umwelt; stellvertretender Landesvorsitzender der SPD Berlin)

• Dr. Eva Högl (MdB; stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion)

• Cansel Kiziltepe (MdB; Mitglied im Finanzausschuss sowie stellvertretende finanzpolitische Sprecherin der SPD- Bundestagsfraktion)

• Mark Rackles (stellvertretender Landesvorsitzender der SPD Berlin)

• Iris Spranger (MdA; stellvertretende Landesvorsitzende der SPD Berlin)


INITIATIVEN

• Berliner Hefte zu Geschichte und Gegenwart der Stadt

• Club Commission — Netzwerk für Berliner Clubkultur

• Club SO 36 Kreuzberg

• Haben und Brauchen

• Initiative Stadt Neudenken

• Initiative Stadt von Unten

• Interessengemeinschaft Großgörschen- & Katzlerstraße

• Kiezbündnis am Kreuzberg

• Kotti&Co  Mietergemeinschaft am Kottbusser Tor

• Kreuzberger Horn  Kiezzeitschrift für den Kiez zwischen Viktoriapark und Landwehrkanal

• Nachbarschaftsakademie  Offene Plattform für Wissensaustausch, kulturelle Praxis und Aktivismus zwischen Stadt und Land

• Nachbarschaftsinitiative Dragopolis

• Rat für die Künste

• Stadtteilinitiative WEM GEHÖRT KREUZBERG

• Upstall Kreuzberg e.V — Verein für soziale und nachhaltige Stadtentwicklung

• Veranstaltungsort Mensch Meier Berlin und Tatendrang e.V.

• Wir Bleiben alle!

DIE GEWERBETREIBENDEN AUF DEM DRAGONERAREAL SIND:

• Auto Klas (KFZ-Werkstatt)

• Auto Sun (KFZ-Werkstatt)

• Demircan Cash & Carry (Getränkemarkt)

• Gretchen (Club- und Kulturveranstaltungen)

• Ann-Kristin Hamm & Jens Ullrich (Künstler*Innen)

• Icon On Streets (Promotion Agentur)

• LPG (Biosupermarkt)

• Metropol (Taxibetrieb/-schule und -Werkstatt)

• S&K (KFZ-Werkstatt)

• Sanli (KFZ-Werkstatt)

• Surma (Polsterwerkstätten)

• T.R. (KFZ-Werkstatt)

• Tanzbar Miami (Diskothek)

• Türk Car (KFZ-Lackiererei)

• Wedig (Marmorwerk)

sowie viele Kleingewerbetreibende
Dragonale 17.07.2016

17 07 2016 04

17 07 2016 05


Die Dragonale fand zum ersten Mal statt und hatte ob dem Tempo der sich heranwälzenden Menschenmassen seine Pforten noch gar nicht geöffnet. In Anbetracht des unübersehbaren Demozuges (Anfang und Ende waren schon nicht mehr auszumachen) müssen die sich ob der Wartezeit verkleinernden Menschentrauben als ein Geschenk Gottes angesehen werden, da die versprengten Reste der Ausgezogenen mit dem Öffnen der weiten Tore nun eine Heimstatt fanden, die sie lange nicht mehr verlassen sollten.

17 07 2016 01

17 07 2016 03

Es gab Kaffee, wenn der Geduldsfaden belastbar genug war, Schnittchen, Live-Musik, beste Stimmung, genügend Regen, Sonnenschein zum nachmittäglichen Geländespiel, dann auch schon Alkohol, eine bunte Besuchermischung, von Nuri und Kalle bis zur Bezirksbürgermeisterin und Heino („ob falsch oder echt, in jedem Fall Hecht“), Interviews und Dokumentation und einen Haufen gutgelaunter Organisator_innen.

17 07 2016 07
17 07 2016 06

Resümée: Bei aller schalkhafter Übertreibung: der Tag konnte sich sehen

Fotos: kappa photo


Pressemitteilung 06.07.2016 von Stadt von Unten: Abstimmen bis das Ergebnis passt?

SPD stimmt gegen sich selber: weiterhin keine Rückabwicklung des Verkaufs des Dragonerareals

Im Haushaltsausschuss des Bundestags vollzog sich heute (06.07.2016) der nächste absurde Akt im Trauerspiel um das sogenannte Dragonerareal. Die Bundestagsfraktion der Grünen brachte einen Antrag ein, der darauf drängte die Rückabwicklung des Verkaufs des sogenannten Dragonerareals endlich zu vollziehen. Das Areal war im letzten Jahr höchstbietend von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) an den Investor „Dragonerhöfe GmbH“ verkauft
worden. Eine Mehrheit der Länderfinanzminister hatte im Haushaltsauschuss des Bundesrats die Privatisierung aber gestoppt, in dem sie dem Verkauf nicht zustimmten. Normalerweise wäre damit der Verkauf automatisch hinfällig. Da die BImA aber — entgegen der sonst üblichen Praxis — einen rechtlich bindenden Vertrag mit einer Rückabwicklungsklausel mit dem Investor geschlossen hat, anstatt einen schwebend unwirksamen Vertrag, ergab sich erst für die Behörde und das zuständige Bundesfinanzministerium die Gelegenheit die Rückabwicklung immer weiter hinaus zu zögern.
Pressemitteilung 05.07.2016 von Stadt von Unten: Sanierungsgebiet Rathausblock /Ruhldorfer Straße kommt — BImA weigert sich weiter Verkauf rückabzuwickeln

Vorbereitende Untersuchung bestätigt immensen Handlungsbedarf bei wirklich bezahlbarem Wohnraum

Schriftliche Anfrage an Berliner Senat zeigt: BImA hat sehr eigenwilliges Verständnis von demokratischen Prozessen

Heute will der Senat von Berlin das Sanierungsgebiet „Rathausblock/Ruhlsdorferstraße“, in dem auch das sogenannte Dragonerareal liegt, beschließen. Damit findet eine etwa 7-monatige vorläufige Untersuchung des Gebietes ihren Abschluss. Wie der Bericht der vorbereitenden Untersuchung zeigt, mangelt es in der Nachbarschaft massiv an bezahlbarem Wohnraum, der Einfluss der öffentlichen Hand ist in diesem Gebiet mehr als unterdurchschnittlich, Verdrängungsprozesse sind nachweislich massiv im Gange, die Angebotsmieten steigen überdurchschnittlich und haben sich in den letzten 6 Jahren mehr als verdoppelt.

Stadt von Unten sieht sich deshalb in ihren Forderungen bestätigt, 100% wirklich bezahlbare Mieten für Wohnen und Gewerbe, dauerhaft abgesichert, auf dem Areal zu verwirklichen. Diese hat die Initiative auf Beteiligungsveranstaltungen während der Untersuchung mehrfach vorgebracht. Die Nachbarschaft äußerte sich bereits in einer eigenen Stellungnahme kritisch zum Konzept der in der Untersuchung aufgegriffenen sozialen Mischung, welches Verdrängung von ärmeren Haushalten legitimiert und als Rechtfertigung für die Verminderung des Anteils wirklich bezahlbarer Wohnungen im Neubau dient. Die Untersuchung untermauert eindeutig den Bedarf an Wohnungen für Geringverdienende und MieterInnen im Transferleistungsbezug.
Presseinformation 29.04.2016 von Stadt von Unten: 100% — geht doch! — Daher: keine halben Sachen auf dem Dragonerareal!

Am 28.04.2016 wurde bekannt, dass die degewo in einem aktuellen Bauvorhaben in Köpenick plant 100% bezahlbaren Wohnraum in einem ganzen Quartier zu schaffen. Wenn das selbst am Stadtrand möglich ist, warum dann nicht umso mehr in der Innenstadt, wo der Bedarf nach bezahlbarem Wohnraum mindestens genauso hoch ist?

Für solch ein Modell haben sich auch die Teilnehmer_innen auf den Beteiligungsveranstaltungen zur vorbereitende Untersuchung Sanierungsgebiet Rathausblock/Ruhlsdorferstraße für das sogenannte Dragonerareal ausgesprochen. Die offizielle Eingabefrist für die Stellungnahmen endet mit dem heutigen Tage. Was für Stadt von Unten Grund ist auch Ihnen unsere Stellungnahmen bekannt zu geben, dies auch mehr als passend zu den veränderten Positionen der degewo für ein 100%-Modell-Quartier in Köpenick.

Trotz des herausragenden Bedarfs an wirklich bezahlbarem Wohnraum in der Innenstadt stellt die vorläufige Untersuchung bisher in den Zwischenergebnissen und in der wachsenden Ausstellung nur eine untere Grenze von „mindestens 50%“ Sozialwohnungen im zu realisierenden Neubau auf dem Areal heraus. Heute endet die durch die senatsbeauftragte Planergemeinschaft Kohlbrenner gesetzte Eingabefrist für Stellungnahmen, noch ist Zeit den Bericht nach oben zu korrigieren bevor dieser dem Senat übergeben wird.

Stadt von Unten hat in zwei Stellungnahmen alle Argumente zusammengetragen, die auf den Beteiligungsveranstaltungen genannt wurden und für eine Bebauung mit 100% bezahlbaren Mieten und für einen Planungsprozess von Unten, der einen eigenständigen Kiezraum benötigt, sprechen.


Stellungnahme von Stadt von Unten zur vorbereitenden Untersuchung Sanierungsgebiet „Rathausblock/RuhlsdorferStraße“: Keine halben Sachen: 50% sind 50% zu wenig!

Stellungnahme von Stadt von Unten zur vorbereitenden Untersuchung Sanierungsgebiet „Rathausblock/Ruhlsdorfer Straße“: Ein eigenständiger "Kiezraum" für eine eigenständige Stadtgesellschaft

http://stadtvonunten.de/
Lebenswerte Stadt für Alle — bezahlbare Mieten für Alle!

Die Nachbarschaftsversammlung vom 6. April 2016 im Club Gretchen auf dem Dragonerareal erklärt:

1. Maßnahmen, die bisher mit dem Begriff soziale Mischung von oben gerechtfertigt werden, hatten immer große Nachteile für ärmere Bevölkerungsteile und haben Verdrängung nicht verhindert.

2. Vielfalt und sozialer Zusammenhalt wurde in unserem Kiez schon großteils zerstört — dieser Entwicklung der Verdrängung kann man nur mit 100 % wirklich bezahlbaren Mieten in Wohnen und Gewerbe entgegenwirken.

3. 100 % sozialer Wohn- und Arbeitsraum schafft keine „Problemkieze“ oder soziale „Ghettos“, sondern heißt mehr Lebensqualität für alle.

4. Für ein Sanierungsgebiet Rathausblock /Ruhlsdorfer Str. fordern wir:

     Kein Sanierungsgebiet ohne Gelder für die Förderung bezahlbaren Wohnraums und für den Aufkauf zur Rekommunalisierung von privatem Eigentum!

     0 % Privatisierung: „Dragonerareal“ und andere öffentliche Bestände bleiben in öffentlicher Hand!

     100 % wirklich bezahlbare Mieten in Wohnungen (abgedeckt von den Leistungen, die  Transferleistungsempfänger*innen erhalten) und Gewerbe

     100 % für immer: Einmal gefördert, immer gebunden!

     100 % Mieten: Keine Umwandlungen, kein Neubau von Eigentumswohnungen!

     100 % Bestandsschutz: Niemand wird verdrängt — in Gewerbe und Wohnraum!

     100 % wirkliche Teilhabe an Erneuerungsplänen im Sanierungsgebiet!

5. Wir fordern umgehend einen „Kiezraum“ auf dem so genannten Dragonerareal, in dem sich Nachbar*innen treffen, kennenlernen und selbst organisieren können. Dieser soll auch zum Ausgangspunkt für einen aktiven Geschichtsort, eine Zukunftswerkstatt und eine Modellentwicklung für eine Stadt von Unten werden. Ein wirklicher Beteiligungsprozess für eine Stadtentwicklung von Unten geht von hier aus.

6. Wir lassen uns nicht verdrängen — schon gar nicht im Namen „soziale Mischung“.